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  • Königsschloss

    Zamkowy-Platz 4

    Die Anfänge des Königsschlosses reichen bis ins 14. Jahrhundert. Zurzeit von König Sigismund III. Wasa wurde es erweitert und erhielt damals die Form eines geschlossenen Fünfecks. Ab dem 16. Jahrhundert war es Sitz der Zentralbehörden, königliche Residenz, Tagungsort des Sejms sowie administratives und kulturelles Zentrum. Zerstört in den schwedischen Kriegen im 17. Jahrhundert, erlangte es im 18. Jahrhundert seinen Glanz zurück. Zurzeit der sächsischen Könige aus der Dynastie der Wettiner wirkten deutsche Architekten aus Sachsen an der Umgestaltung des Schlosses mit: Johann Friedrich Karcher, Joachim Daniel Jauch, Carl Friedrich Pöppelmann und Johann Christoph Knöffel. Die Bildbauerarbeiten schuf Johann Georg Plersch. Unter König Stanislaus August Poniatowski entwarf Ephraim Schröger weitere Pläne zum Umbau des Schlosses, die beeindruckenden Saaldekorationen führten u. a. Johann Gottlieb Plersch und Johann Christian Kamsetzer aus. Nach Niederlage des Novemberaufstandes 1830/31 war das Schloss Residenz der russischen Statthalter im Königreich, am Ende des 19. Jahrhunderts der Generalgouverneure. In den Jahren 1920-1922 war es Sitz des Staatsleiters, 1926-1939 des Staatspräsidenten. Von den Deutschen 1939 in Brand gesteckt und ausgeraubt, wurde es 1944 nahezu komplett zerstört. In den Jahren 1971-1988 wurde das Schloss wiederaufgebaut.
  • Sächsischer Garten

    Sächsischer Garten

    Der historische Stadtpark im Zentrum Warschaus wurde von König August dem Starken am Anfang des 18. Jahrhunderts im französischen Stil angelegt. Für den Entwurf waren Johann Christoph von Naumann und Matthäus Daniel Pöppelmann verantwortlich. Der Park ist der Teil der ambitionierten städtebaulichen sog. Sächsischen Achse, deren Zentrum das Sächsische Palais war. In dem königlichen Palais lebten zahlreiche Höflinge deutscher Herkunft, vor allem Sachsen. Im Park wurden mehrere Objekte errichtet, u. a. der Große und Kleine Salon sowie das Opernhaus. Zudem entstanden 21 Barockskulpturen, Darstellungen von Musen und Tugenden, einen Teil fertigte Johann Georg Plersch an.
    Im 18. Jahrhundert waren u. a. Johann Jakob Mencke, Johann Christian Mencke und Johann Gottlieb Ulrich Gärtner des Sächsischen Gartens. Während des Zweiten Weltkrieges war der Park ab 1942 für Polen gesperrt. Nach dem Krieg wurde die Anlage wiederhergestellt und nach einem Entwurf von Alina Scholtz unter Mitarbeit von Romuald Gutt umgestaltet. Trotz Zerstörungen in der Kriegszeit haben sich im Sächsischen Garten bis heute mehrere, bis zu 200 Jahre alte Bäume, 21 Skulpturen (ein Teil sind Originale), der Brunnen im Empirestil, der Wasserspeicher in Form eine Rotunde (Entwurf: H. Marconi), die Sonnenuhr (Entwurf: A. Sikorski) und das Grab des Unbekannten Soldaten (Überrest des Sächsischen Palais) erhalten.
  • Evangelisch-augsburgische Dreifaltigkeitskirche

    Małachowski-Platz 1

    Die von Simon Gottlieb Zug errichtete Dreifaltigkeitskirche ist eines der eindrucksvollsten Beispiele klassizistischer Architektur in Warschau. König Stanislaus August Poniatowski persönlich hat den Entwurf bestätigt. 1781 wurde die Kirche fertig gestellt. Seitdem ist sie der zentrale Ort des gesellschaftlichen Lebens der Warschauer Lutheraner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die im September 1939 zerstörte Kirche nach einem Entwurf von Teodor Bursche wiederaufgebaut.

    Wegen seiner hervorragenden Akustik wird die Kirche seit jeher als Konzertsaal genutzt. Viele bekannte Musiker sind hier aufgetreten, unter anderem im April 1825 Frédéric Chopin. Lange war die Laterne auf der Kuppel der höchste Aussichtspunkt der Stadt. Von hier aus beobachteten die Offiziere Tadeusz Kościuszkos die Bewegungen der gegnerischen Truppen beim Aufstand 1794. Im Jahr 1858 nahm Karol Beyer von hier die erste Panoramafotografie Warschaus auf.
  • Dissidentenkirche in Leszno

    Solidarność-Allee 76b

    Unweit der Solidarność-Allee befindet sich die Warschauer Kammeroper. Das Gebäude, das vor kurzem saniert wurde, errichtete Simon Gottlieb Zug in den 1780er Jahren für die Kalvinistische Kirche. Als Gotteshaus diente der klassizistische, etwas asketische Bau bis zur Fertigstellung einer neuen Kirche im Jahr 1880. Die Evangelisch-Reformierte Gemeinde wurde 1776 in Leszno zugelassen, bis dahin mussten die Gläubigen für religiöse Feiern bis nach Węgrów in Podlachien fahren. Während des Zweiten Weltkrieges grenzte das Gebäude unmittelbar an das Ghetto an, wurde teilweise zerstört und wiederaufgebaut. Heute dient es als Konzertsaal, in der u.a. fast alle Opern von Wolfgang Amadeus Mozart gespielt werden.
  • Dissidentenhaus in Leszno

    Solidarność-Allee 76a

    Das klassizistische Gebäude in der Solidarność-Allee 76a, in dem sich das Pfarrhaus der Evangelisch-Reformierten Gemeinde befindet, ist eine Replik. Das Original entstand in den 1780er Jahren nach einem Entwurf von Simon Gottlieb Zug als Pfarrhaus für die Kalvinistische Kirche und wurde Dissidentenhaus genannt. Das Gebäude brannte 1944 nieder, wurde bei der Verbreitung der Hauptstraße abgetragen und einige Meter weiter originalgetreu wiederaufgebaut. Die Fassade des Hauses verziert ein Tympanon mit einer Darstellung des Auges der Vorsehung.
  • Evangelisch-augsburgischer Friedhof

    Młynarska-Straße 54/56/58

    Die Anlage gehört zu den wichtigsten Warschauer Friedhöfen. Er wurde 1792 angelegt, die Planung wird Simon Gottlieb Zug zugeschrieben. Die Grenzen des Friedhofs wurden oft verändert und die Anlage mehrfach zerstört: während des Kościuszko-Aufstandes 1794, dem November-Aufstand 1830/31, im September 1939 und im Warschauer Aufstand 1944. Hier ruhen ca. 100.000 Protestanten, darunter viele Personen mit deutschen Wurzeln, u.a. die Familien: Anders, Brun, Bursche, Dangel, Deybel, Gebethner, Gloeh, Haberbusch, Henneberg, Heurich, Kerntopf, Klawe, Kolberg, Kuhnke, Malcz, Meissner, Minter, Orthwein, Pal, Pfeiffer, Schiele, Scholtze, Schuch, Spiess, Straus, Szlenkier, Temler, Ulrich, Wedel, Werner, Wernic und Wolff. Als herausragende Grabkapellen gelten: die monumentale Kapelle der Familie Halpert (die heute auch als Beerdigungskapelle der Gemeinde dient), das Grabmal der Familie Dückert (im Stil eines dorischen Tempels) und das neogotische Eisengrabmal der Familie Braeunig. Seit fast 30 Jahren setzt sich ein Komitee für den Erhalt der historischen Grabmäler ein, 280 Objekte wurden bereits restauriert.
  • Evangelisch-reformierter Friedhof

    Żytnia-Straße 42

    Der evangelisch-reformierte Friedhof in Warschau wurde – wie der angrenzende evangelisch-augsburgische Friedhof – 1792 angelegt. Das Land wurde von dem Bankier Karol Schultz gepachtet. Die Grenzen änderten sich mehrfach, beim Kościuszko-Aufstand 1794 und Novemberaufstand 1830/31 wurde die Anlage beschädigt. Während des Warschauer Aufstandes 1944 kam es auf dem Gelände zu schweren Kämpfen. Auf dem Friedhof ruhen Menschen verschiedener Nationalität und Gesinnung, einige haben deutsche Wurzeln, u.a. die Familien: Beyer, Breslauer, Diehl, Gerhardt, Grassow, Gronau, Hantke, Matthes, Vorbrodt und Werner.
  • Taubenhaus und Garten „Mon Coteau”

    Puławska-Straße 59

    An der Puławska-Straße, unweit des Parks Morskie Oko, steht ein charakteristischer Turm, der wegen seiner einstigen Funktion Taubenhaus genannt wird. Der mehrstöckige Turm verfügt über eine Uhr und ein charakteristisches Spitzdach in Form eines Helms, das mit Schindeln bedeckt ist. Er wurde 1780 von Simon Gottlieb Zug für die sentimentale Parkanlage „Mon Coteau” (daher der heutige Stadtteilname Mokotów) errichtet, Bauherrin war Fürstin Izabela Lubomirska, geb. Czartoryska. Zug entwarf damals kleine Alleen, Teiche, Inseln, Hügel, Brücken und Pavillons. Bis heute haben sich nur der Taubenturm und die Flämische Gloriette erhalten, die einst ein kleines Häuschen mit einem Türmchen in klassizistischem Stil war. Sie wurde im 19. Jahrhundert im neogotischen Stil umgebaut und wird heute Mauretanisches Häuschen genannt.
  • Dicke Kaśka

    Solidarność-Allee

    Das Dicke Kaśka genannte Brunnengebäude, dass sich heute zwischen den Straßenbahngleisen in der Mitte der Solidarność-Allee befindet, ist eines der bekanntesten kleinen Architekturbauten in Warschau. Es wurde in den 1780er Jahren von Simon Gottlieb Zug entworfen und knüpft an römische Grabmäler an. Das Brunnengebäude war einst der zentrale Punkt der nicht erhaltenen Bebauung des Tłomackie-Platzes. Die Kaśka wurde mehrfach umgestaltet, bei der letzten Sanierung 2004 wurde ihr historisches Aussehen wieder hergestellt.

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Die Anfänge des Königsschlosses reichen bis ins 14. Jahrhundert. Zurzeit von König Sigismund III. Wasa wurde es erweitert und erhielt damals die Form eines geschlossenen Fünfecks. Ab dem 16. Jahrhundert war es Sitz der Zentralbehörden, königliche Residenz, Tagungsort des Sejms sowie administratives und kulturelles Zentrum. Zerstört in den schwedischen Kriegen im 17. Jahrhundert, erlangte es im 18. Jahrhundert seinen Glanz zurück. Zurzeit der sächsischen Könige aus der Dynastie der Wettiner wirkten deutsche Architekten aus Sachsen an der Umgestaltung des Schlosses mit: Johann Friedrich Karcher, Joachim Daniel Jauch, Carl Friedrich Pöppelmann und Johann Christoph Knöffel. Die Bildbauerarbeiten schuf Johann Georg Plersch. Unter König Stanislaus August Poniatowski entwarf Ephraim Schröger weitere Pläne zum Umbau des Schlosses, die beeindruckenden Saaldekorationen führten u. a. Johann Gottlieb Plersch und Johann Christian Kamsetzer aus. Nach Niederlage des Novemberaufstandes 1830/31 war das Schloss Residenz der russischen Statthalter im Königreich, am Ende des 19. Jahrhunderts der Generalgouverneure. In den Jahren 1920-1922 war es Sitz des Staatsleiters, 1926-1939 des Staatspräsidenten. Von den Deutschen 1939 in Brand gesteckt und ausgeraubt, wurde es 1944 nahezu komplett zerstört. In den Jahren 1971-1988 wurde das Schloss wiederaufgebaut.

Der historische Stadtpark im Zentrum Warschaus wurde von König August dem Starken am Anfang des 18. Jahrhunderts im französischen Stil angelegt. Für den Entwurf waren Johann Christoph von Naumann und Matthäus Daniel Pöppelmann verantwortlich. Der Park ist der Teil der ambitionierten städtebaulichen sog. Sächsischen Achse, deren Zentrum das Sächsische Palais war. In dem königlichen Palais lebten zahlreiche Höflinge deutscher Herkunft, vor allem Sachsen. Im Park wurden mehrere Objekte errichtet, u. a. der Große und Kleine Salon sowie das Opernhaus. Zudem entstanden 21 Barockskulpturen, Darstellungen von Musen und Tugenden, einen Teil fertigte Johann Georg Plersch an.
Im 18. Jahrhundert waren u. a. Johann Jakob Mencke, Johann Christian Mencke und Johann Gottlieb Ulrich Gärtner des Sächsischen Gartens. Während des Zweiten Weltkrieges war der Park ab 1942 für Polen gesperrt. Nach dem Krieg wurde die Anlage wiederhergestellt und nach einem Entwurf von Alina Scholtz unter Mitarbeit von Romuald Gutt umgestaltet. Trotz Zerstörungen in der Kriegszeit haben sich im Sächsischen Garten bis heute mehrere, bis zu 200 Jahre alte Bäume, 21 Skulpturen (ein Teil sind Originale), der Brunnen im Empirestil, der Wasserspeicher in Form eine Rotunde (Entwurf: H. Marconi), die Sonnenuhr (Entwurf: A. Sikorski) und das Grab des Unbekannten Soldaten (Überrest des Sächsischen Palais) erhalten.

Die von Simon Gottlieb Zug errichtete Dreifaltigkeitskirche ist eines der eindrucksvollsten Beispiele klassizistischer Architektur in Warschau. König Stanislaus August Poniatowski persönlich hat den Entwurf bestätigt. 1781 wurde die Kirche fertig gestellt. Seitdem ist sie der zentrale Ort des gesellschaftlichen Lebens der Warschauer Lutheraner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die im September 1939 zerstörte Kirche nach einem Entwurf von Teodor Bursche wiederaufgebaut.

Wegen seiner hervorragenden Akustik wird die Kirche seit jeher als Konzertsaal genutzt. Viele bekannte Musiker sind hier aufgetreten, unter anderem im April 1825 Frédéric Chopin. Lange war die Laterne auf der Kuppel der höchste Aussichtspunkt der Stadt. Von hier aus beobachteten die Offiziere Tadeusz Kościuszkos die Bewegungen der gegnerischen Truppen beim Aufstand 1794. Im Jahr 1858 nahm Karol Beyer von hier die erste Panoramafotografie Warschaus auf.

Unweit der Solidarność-Allee befindet sich die Warschauer Kammeroper. Das Gebäude, das vor kurzem saniert wurde, errichtete Simon Gottlieb Zug in den 1780er Jahren für die Kalvinistische Kirche. Als Gotteshaus diente der klassizistische, etwas asketische Bau bis zur Fertigstellung einer neuen Kirche im Jahr 1880. Die Evangelisch-Reformierte Gemeinde wurde 1776 in Leszno zugelassen, bis dahin mussten die Gläubigen für religiöse Feiern bis nach Węgrów in Podlachien fahren. Während des Zweiten Weltkrieges grenzte das Gebäude unmittelbar an das Ghetto an, wurde teilweise zerstört und wiederaufgebaut. Heute dient es als Konzertsaal, in der u.a. fast alle Opern von Wolfgang Amadeus Mozart gespielt werden.

Das klassizistische Gebäude in der Solidarność-Allee 76a, in dem sich das Pfarrhaus der Evangelisch-Reformierten Gemeinde befindet, ist eine Replik. Das Original entstand in den 1780er Jahren nach einem Entwurf von Simon Gottlieb Zug als Pfarrhaus für die Kalvinistische Kirche und wurde Dissidentenhaus genannt. Das Gebäude brannte 1944 nieder, wurde bei der Verbreitung der Hauptstraße abgetragen und einige Meter weiter originalgetreu wiederaufgebaut. Die Fassade des Hauses verziert ein Tympanon mit einer Darstellung des Auges der Vorsehung.

Die Anlage gehört zu den wichtigsten Warschauer Friedhöfen. Er wurde 1792 angelegt, die Planung wird Simon Gottlieb Zug zugeschrieben. Die Grenzen des Friedhofs wurden oft verändert und die Anlage mehrfach zerstört: während des Kościuszko-Aufstandes 1794, dem November-Aufstand 1830/31, im September 1939 und im Warschauer Aufstand 1944. Hier ruhen ca. 100.000 Protestanten, darunter viele Personen mit deutschen Wurzeln, u.a. die Familien: Anders, Brun, Bursche, Dangel, Deybel, Gebethner, Gloeh, Haberbusch, Henneberg, Heurich, Kerntopf, Klawe, Kolberg, Kuhnke, Malcz, Meissner, Minter, Orthwein, Pal, Pfeiffer, Schiele, Scholtze, Schuch, Spiess, Straus, Szlenkier, Temler, Ulrich, Wedel, Werner, Wernic und Wolff. Als herausragende Grabkapellen gelten: die monumentale Kapelle der Familie Halpert (die heute auch als Beerdigungskapelle der Gemeinde dient), das Grabmal der Familie Dückert (im Stil eines dorischen Tempels) und das neogotische Eisengrabmal der Familie Braeunig. Seit fast 30 Jahren setzt sich ein Komitee für den Erhalt der historischen Grabmäler ein, 280 Objekte wurden bereits restauriert.

Der evangelisch-reformierte Friedhof in Warschau wurde – wie der angrenzende evangelisch-augsburgische Friedhof – 1792 angelegt. Das Land wurde von dem Bankier Karol Schultz gepachtet. Die Grenzen änderten sich mehrfach, beim Kościuszko-Aufstand 1794 und Novemberaufstand 1830/31 wurde die Anlage beschädigt. Während des Warschauer Aufstandes 1944 kam es auf dem Gelände zu schweren Kämpfen. Auf dem Friedhof ruhen Menschen verschiedener Nationalität und Gesinnung, einige haben deutsche Wurzeln, u.a. die Familien: Beyer, Breslauer, Diehl, Gerhardt, Grassow, Gronau, Hantke, Matthes, Vorbrodt und Werner.

An der Puławska-Straße, unweit des Parks Morskie Oko, steht ein charakteristischer Turm, der wegen seiner einstigen Funktion Taubenhaus genannt wird. Der mehrstöckige Turm verfügt über eine Uhr und ein charakteristisches Spitzdach in Form eines Helms, das mit Schindeln bedeckt ist. Er wurde 1780 von Simon Gottlieb Zug für die sentimentale Parkanlage „Mon Coteau” (daher der heutige Stadtteilname Mokotów) errichtet, Bauherrin war Fürstin Izabela Lubomirska, geb. Czartoryska. Zug entwarf damals kleine Alleen, Teiche, Inseln, Hügel, Brücken und Pavillons. Bis heute haben sich nur der Taubenturm und die Flämische Gloriette erhalten, die einst ein kleines Häuschen mit einem Türmchen in klassizistischem Stil war. Sie wurde im 19. Jahrhundert im neogotischen Stil umgebaut und wird heute Mauretanisches Häuschen genannt.

Das Dicke Kaśka genannte Brunnengebäude, dass sich heute zwischen den Straßenbahngleisen in der Mitte der Solidarność-Allee befindet, ist eines der bekanntesten kleinen Architekturbauten in Warschau. Es wurde in den 1780er Jahren von Simon Gottlieb Zug entworfen und knüpft an römische Grabmäler an. Das Brunnengebäude war einst der zentrale Punkt der nicht erhaltenen Bebauung des Tłomackie-Platzes. Die Kaśka wurde mehrfach umgestaltet, bei der letzten Sanierung 2004 wurde ihr historisches Aussehen wieder hergestellt.

Das Eliseum ist eine unterirdische Rotunde, der einzige erhaltende Pavillon der sentimentalen „Na Książęcem“-Gartenanalage. Seine ursprüngliche Bestimmung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Treffpunkt für gesellschaftliche Zusammenkünfte und Rendezvous. Das Eliseum war eine Flause von Kazimierz Poniatowski, Besitzer des Gartens, der bekannt war für seinen ausschweifenden Lebenswandel. Der 1777 entstandene Ziegelbau besteht aus einem runden, unterirdischen Saal mit vier Nischen und wird von einer Kuppel gekrönt. Einst war das Objekt durch einen unterirdischen Gang mit dem Küchengebäude verbunden, das „Haus des Imam“ genannt wurde, weil es einer Moschee nachempfunden war. Entworfen wurden diese und andere ungewöhnliche Objekte in der Parkanlage sowie in den Nachbargärten „Na Solcu“ und „Na Górze“ von Simon Gottlieb Zug. Derzeit ist das Eliseum für das Publikum gesperrt, weil sich das Gebäude in einem schlechten Zustand befindet und dringend aufwändig saniert werden muss. Viele Fledermäuse überwintern hier.

Das Haus der Gebrüder Roesler und Hurtig, das heute noch steht, war einst das erste moderne Wohn- und Geschäftshaus in Polen. Das von Simon Gottlieb Zug im klassizistischen Stil entworfene Gebäude hatte vier Stockwerke. Im Erdgeschoss befanden sich Geschäfte mit Schaufenstern, in den drei Obergeschossen Mietwohnungen. Anfänglich belegten die Hausbesitzer alle Ladenlokale und betrieben eines der luxuriösten Handelsgeschäfte in Warschau. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude nach einem Entwurf von Józef Huss umgebaut. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ursprüngliche Baustil wiederhergestellt.

Das Palais und die Parkanlage wurden Mitte des 18. Jahrhunderts am Rande der Weichselböschung als Vorstadtresidenz von Heinrich von Brühl (Minister von König August dem Starken) nach einem spätbarocken Entwurf Johann Friedrich Knöbels errichtet. 1786 wurde das Palais von Simon Gottlieb Zug für den Warschauer Starosten Alois Friedrich von Brühl im klassizistischen Stil umgestaltet. Die dazugehörige Parkanlage entwarf im englischen Stil Johann Christian Schuch. Das Palais wechselte mehrfach den Besitzer, 1820-1876 gehörte es der Familie Poths. Während des Kriegs wurde das Gebäude beschädigt und anschließend wiederaufgebaut. Zeitweise war es Sitz des Ethnographischen Museums. Heute ist es Privatbesitz.

Die Mariä-Himmelfahrt-und-Bräutigam-Josef-Kirche in der Krakowskie-Przedmieście-Straße gehörte einst zum Orden der Unbeschuhten Karmeliter, der im 17. Jahrhundert nach Polen kam. Mit dem Bau wurde in den 1640er Jahren begonnen, 1762-1779 fügte Ephraim Schröger die Hauptfassade im frühklassizistischen Stil hinzu. Die Kirche zeichnet sich durch zwei steinerne Glockentürme an den Ecken aus, die in Form von Laternen gestaltet sind. Die Fassade wird von Skulpturen verziert: die heilige Teresa von Ávila, der heilige Johannes vom Kreuz und den Zyklus: Liebe, Hoffnung und Glauben sowie eine Kartusche mit dem Wappen der Familie Radziwiłł. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und hat sich original erhalten, sie gehört heute zum Höheren Geistlichen Metropolenseminar in Warschau. An die Kirche grenzen die Bauten des früheren Karmeliterklosters an.

An der Stelle des Potocki-Palais‘, das heute Sitz des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe ist, befand sich im 17. Jahrhundert der Hof der Familie Denhoff, die von der deutschen Adelsfamilie Dönhoff aus Kurland abstammt. Im 18. Jahrhundert ging das Anwesen in den Besitz der Familie Czartoryski über. 1760-1766 wurde der Bau im Stil des Spätbarocks umgestaltet, u.a. durch Ephraim Schröger. Damals entstand das bis heute erhaltene Wachhaus. In den Jahren 1784-1786 wurde das Palais im Auftrag der Fürstin Izabela Lubomirska, geb. Czartoryska im klassizistischen Stil umgebaut. An der Neugestaltung der Fassade und vor allem der Inneneinrichtung waren Simon Gottlieb Zug und Jan Christian Kamsetzer beteiligt. Von 1799 bis 1945 gehörte das Palais der Familie Potocki. Seit 1857 bis zum Zweiten Weltkrieg befand sich im Wachhaus die Buchhandlung und Notensetzerei „Gustaw Gebethner und Gesellschafter”, 1872 umgewandelt in „Gebethner und Wolff”. Als Verleger wichtiger Titel der polnischen Literatur, Bücher und Lehrbücher schrieb die Firma Geschichte. Sie gab auch wichtige Presseerzeugnisse heraus, u.a. die „Illustrierte Wochenzeitung“ („Tygodnik Ilustrowany”) und „Warschauer Kurier“ („Kurier Warszawski”).

Das Palais wurde ca. 1680-1690 wahrscheinlich von Tielman van Gameren errichtet. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Innenräume von Jan Christian Kamsetzer im klassizistischen Stil umgestaltet. Derselbe Architekt erbaute auch die klassizistischen Seitenflügel, die im 19. Jahrhundert erweitert wurden, sowie die Wachhäuser an der Straße und das Eingangstor. Im 19. Jahrhundert wohnten in dem Palais mehrere bekannte Künstler, u.a. der Maler Zygmunt Vogel, der hier 1808-1826 sein Atelier hatte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich in dem Palais die Krasiński-Bibliothek. Im September 1939 brannte das Gebäude mit der großen Malereisammlung nieder, die Seitenflügel wurden während des Warschauer Aufstandes 1944 von den Deutschen in Brand gesteckt. Nach dem Krieg wurde der gesamte Komplex nach einem Entwurf von Stanisław Brukalski wiederaufgebaut – das Palais im barocken Stil, die Seitenflügel klassizistisch. Das Palais, in dem sich die Akademie der Bildenden Künste befindet, wurde kürzlich saniert.

Der Łazienki-Park mit seinen zahlreichen klassizistischen Bauten wurde im 18. Jahrhundert auf Initiative von König Stanislaus August Poniatowski in Ujazdów angelegt. Heute finden dort viele Kultur- und Sportveranstaltungen statt, der Park ist bei den Warschauern für Spaziergänge sehr beliebt. Die Gestaltung der Anlage im englischen Stil geht auf den Architekten Johann Christian Schuch zurück, der aus Dresden nach Warschau kam. Der Architekt Johann Christian Kamsetzer, der ebenfalls aus Dresden stammte, wirkte am Umbau des Palais‘ Auf dem Wasser mit, zudem werden ihm das Amphitheater und die Neue Wache zugeschrieben. Die Innendekoration des Palais’ Auf dem Wasser und anderer Łazienki-Bauten wurde von dem Maler und Dekorateur Jan Bogumił Plersch ausgeführt. Seine Familie stammte wahrscheinlich aus Sachsen.

Das Palais wurde 1714-1730 vermutlich von Burchard Christoph von Münnich für den Kronmarschall Józef Wandalin Mniszech errichtet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich hier die Musikalische Gesellschaft „Harmonia“, die Ernest Teodor Amadeus Hoffmann gegründet wurde, der in dem Palais wohnte. 1829 wurde der Bau Sitz der Kaufmännischen Vereinigung und von Adolf Grzegorz Schuch grundlegend im klassizistischen Stil umgestaltet. Bis 1939 fanden hier Versammlungen, Lotterien, Vorträge, Bälle und Jubiläen statt. Ab 1940 befand sich in dem Palais ein Malteserkrankenhaus, 1944 ermordeten die Deutschen die Verletzten und die Belegschaft, während sie das Gebäude niederbrannten. Nach einem Entwurf von Mieczysław Kuzma wurde es im klassizistischen Stil wiedererrichtet und ist Sitz der belgischen Botschaft.

Die Kapelle befindet sich auf dem evangelisch-augsburgischen Friedhof an der Młynarska-Straße. Sie wurde von Maria Halpert, geb. Słucka nach dem Tod ihres Mannes Salomon errichtet. Der Entwurf wird Adolf Grzegorz Schuch zugeschrieben, in den 1880er Jahren wurde sie von Jan Heurich Senior umgebaut. Außerordentlich festlich ausgestaltet war die Konsekration der Kapelle, besonderen Glanz verlieh ihr eine Kantate, die Joseph Elsner zum Text von Henryk Spiess komponiert hatte. Es handelt sich vermutlich um die glanzvollste aller Warschauer Grabkapellen, sie zeichnet sich vor allem durch klare antike Formen und bildhauerische Finesse aus. Heute dient sie als Friedhofskapelle.

Hölzerne Windmühlen gehörten im 18. und 19. Jahrhundert zum Landschaftsbild der westlichen Peripherie Warschaus. Zahlreiche Anlagen befanden sich an der heutigen Mühlenstraße (ulica Młynarska) im Stadtteil Wola. Die Warschauer Müller zeichneten sich durch Wohlstand und Prestige aus, der Beruf ging oft vom Vater auf den Sohn über. Ein Großteil der Müller war zugereist, oft waren sie zur Zeit der Sachsenkönige im 18. Jahrhundert in die Warschauer Vororte gekommen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts, als Warschau zu Preußen gehörte, zogen viele Siedler aus Großpolen, Schlesien, Pommern und Pommerellen, wo es ein traditionelles Mühlenwesen gab, hierher. Unter den Müllern, die im 19. Jahrhundert in Wola tätig waren, finden wir viele mit deutschklingenden Namen: Achtznik, Anders, Brejer, Burchwitz, Eitner, Flatz, Kalum, Klimpel, Lechnert, Lindner, Maetzer, Marienfeld, Schmeyko, Schneider, Schramm, Thiesler, Wolf. Mit der Zeit polonisierten sich die Siedler, u.a. durch Mischehen. Die Blütezeit des Warschauer Mühlenwesens war nach dem Novemberaufstand 1830/31. 1870 gab es in Warschau 36 Zunftmeister im Umkreis der Młynarska-Straße sowie 14 bei der Wolska-Straße. Die Entstehung von Dampfmühlen und die Urbanisierung der Vorstadt Wola ließen die Mühlen aus dem Warschauer Stadtbild verschwinden. Die letzte Mühle wurde nach dem Ersten Weltkrieg abgetragen.

Das Dorf Szopy entstand im 15. Jahrhundert außerhalb Warschaus, 1916 wurde es eingemeindet und gehört zum Stadtteil Mokotów. Nach der dritten Teilung Polens gehörte Warschau zu Preußen, die preußischen Behörden siedelten hier am Anfang des 19. Jahrhundert rund ein Dutzend deutsche Kolonisten an. Die Kolonie befand sich im Bereich der heutigen Straßen Wielicka und Domaniewska, unweit der Metrostation Wilanowska. Die meisten hier angesiedelten Deutschen waren Bauern, aber es gab auch Handwerker und Lohnarbeiter. Hier entstanden zahlreiche Gärtnereibetriebe, unter anderem wurde hier Wein hergestellt, zudem befand sich hier im 19. Jahrhundert die Stearinkerzenfabrik von Karol Scholtze. Ein Teil der Einwohner im 19. Jahrhundert hatte deutschklingende Namen: Fauser, Schick, Klotz, Knoedler, Haag, Ochman. Sie haben sich schrittweise an die polnische Umgebung assimiliert. Von der Anwesenheit der Deutschen in diesem Teil Warschaus haben sich weder topographische noch materielle Spuren erhalten.

Die Kanonia-Straße, die auf der Rückseite der Johanneskathedrale verläuft, ist eine der reizvollsten Straße der Warschauer Altstadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich hier der Sitz der Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften, nach 1823 wurde das Gebäude zum Wohnhaus. Anfang des 20. Jahrhunderts wohnte hier Artur Oppman (Or-Ot), Dichter des alten Warschaus, vor allem der Altstadt. In seinem Haus verkehrten u.a. Bolesław Prus, Stefan Żeromski, Władysław Reymont, Kazimierz Przerwa-Tetmajer, Bolesław Leśmian, Wojciech Kossak, Jan Lechoń und andere Schriftsteller. Lediglich die klassizistische Fassade hat die Zeit des Warschauer Aufstandes 1944 überlebt, nach dem Krieg wurde das Gebäude wiederaufgebaut. Heute hat das Adäquate Theater (Teatr Adekwatny) in dem Gebäude sein Büro und Probesaal.

Der Name der Siedlung leitet sich von ihrem Initiator ab, dem Ingenieur, Soldaten und Minister Ignacy August Boerner. Als Minister für Post und Telegraphie (1929-1933) gründete er 1932 in der Nähe des Transatlantischen Rundfunksenders (Transatlantycka Radiostacja Nadawcza) in Babice eine Wohnsiedlung für die Angestellten des Ministeriums. 1935 zählte die Siedlung bereits 284 Häuser. 1936 wurde sie nach dem inzwischen verstorbenen Minister benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Name in Bemowo geändert, die Vorkriegsbezeichnung Boernerowo wurde 1987 wieder eingeführt. Durch den Bau des Flughafens Babice und der Technischen Militärakademie (Wojskowa Akademia Techniczna) ging die Siedlung in die Hände des Militärs über, die meisten bisherigen Bewohner wurden ausgesiedelt. In die Häuser wurden Mitarbeiter der Akademie und des Flughafens einquartiert. Lediglich rund 30 Prozent der früheren Einwohner erhielten ihre ehemaligen Häuser zurück.

Elsnerów ist ein Siedlung im Stadtteil Targówek. Die Bezeichnung geht auf Joseph Elsner zurück, dem das Landgut einst gehörte. Er war Komponist, Musiktheoretiker, Lehrer, Rektor der Musikhochschule und Lehrer Frédéric Chopins. Elsner hatte das Land zuerst gepachtet, dank der Protektion von Zar Nikolaus I. wurde er Besitzer. Elsnerów wurde 1951 zu Warschau eingemeindet. An das einstige Anwesen Elsners erinnert heute eine Granitsäule in der Nefrytowa-Straße 6. Elsner selbst wohnte in Warschau im Dziekanka-Gebäude.

Das Hauptgebäude der Technischen Hochschule ist einer der prachtvollsten Bauten seiner Zeit. Es wurde 1899-1902 nach einem Entwurf von Stefan Szyller, einem der besten Warschauer Architekten jener Zeit, errichtet.
Der prächtige Bau knüpft stilistisch an die italienische Renaissance und den Klassizismus an. Besonders eindrucksvoll sind die – auf den Platz gerichtete – zweistöckige Frontfassade, die geschlossene Attika mit dem Namen der Hochschule und die Skulpturengruppe Apotheose der Wissenschaften. Sehr imposant wirkt die Aula der Hochschule, die von vierstöckigen Kreuzgängen umgeben ist und von einem Glasdach bedeckt wird. Das Gebäude ist Teil einer größeren Anlage, für die Szyller auch den Sitz der Physisch-Elektronischen Fakultät entwarf. Beide Bauten wurden vom Technischen-Car-Nikolaus II.-Institut errichtet. Anfänglich boykottierte die polnische Jugend die staatliche Hochschule, weil die Lehre auf Russisch erfolgte. Nach der Revolution 1905 wurde sie geschlossen und während des Ersten Weltkrieges als polnische Hochschule wiedereröffnet. Heute ist sie die wichtigste technische Bildungseinrichtung in Polen. Das Hauptgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1945/46 wiederaufgebaut.

Auf dem Campus der Technischen Hochschule steht, versteckt hinter Bäumen, das Gebäude der Physischen Fakultät (ursprünglich Physisch-Elektrische Fakultät). Es wurde 1899-1902 nach einem Entwurf von Stefan Szyller errichtet, einem der besten Warschauer Architekten jener Zeit, der u.a. das Hauptgebäude der Technischen Hochschule plante. Das dreistöckige Fakultätsgebäude ist im Stil der italienischen Renaissance gehalten, einige Elemente entstammen dem Klassizismus. Um den Innenhof in Form eines Kreuzganges gruppieren sich vier Flügel. Ursprünglich bestand die Frontseite aus einem monumentalen Flügel, der aus dem Gebäude herausragte. Das Gebäude verfügte u.a. über Räumlichkeiten für Forschungsarbeiten, Vorlesungen und Übungen, einen astronomisch-meteorologischen Observationsturm, ein Observatorium auf einer eigenständigen Konstruktion sowie Arbeitsräume für die empfindlichen Apparaturen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude erheblich beschädigt und 1945/46 ohne den Frontflügel wiederaufgebaut.

Die Zachęta gehört zu den schönsten öffentlichen Gebäuden in Warschau. Sie wurde von Stefan Szyller entworfen, der als einer der besten Warschauer Architekten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gilt.
Das Gebäude wurde 1898-1903 von der „Gesellschaft zur Ermunterung (poln. „zachęta“) der Schönen Künste“ errichtet, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die polnische Kunst bekannter zu machen sowie junge Künstler, Ausstellungen, Wettwerbe usw. zu unterstützen. Der realisierte Entwurf – der Architekt hatte drei sehr verschiedene Pläne vorgelegt – knüpft an die italienische Renaissance und den Klassizismus an. Besonders reich dekoriert ist die Frontfassade, die im Giebel über dem massiven Portal mit Bildhauerarbeiten von Zygmunt Otto verziert ist. Die Räumlichkeiten wurden als Ausstellungsflächen konzipiert: mit einem verglasten Innenhof, der von einem mehrstöckigen Kreuzgang umgeben ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung polnischer Malerei im Nationalmuseum in Warschau deponiert, wo sie den Kern der Galerie Polnischer Kunst bildet.
Heute befindet sich in dem Gebäude die Nationale Kunstgalerie Zachęta, die zeitgenössische Kunst ausstellt.

Das außerordentlich dekorative Gebäude steht an der Kreuzung der Straßen Złota und Zgoda. Die ehemalige Darlehenskasse der Warschauer Industriellen wurde 1900/01 nach einem Entwurf von Stefan Szyller erbaut, um die Jahrhundertwende galt er als einer der besten Warschauer Architekten. Stilistisch orientiert sich der Bau an der italienischen Renaissance und dem Jugendstil. Besonders auffällig sind die hohen Fenster im Erdgeschoss, einst die Schaufenster von Geschäften, die im Inneren bis in die zweite Etage reichten. Das dritte Stockwerk, das von der Straße durch halbrunde Fenster erhellt wurde, diente als Büro der Darlehenskasse. Der Tresorraum lag in der Mitte und war von Büros umgeben. Im Hinterhaus befanden sich Wohnungen. Das Gebäude wird durch eine Attika mit Sockeln, Balustraden und die Skulpturengruppe „Arbeit und Sparsamkeit“ abgeschlossen. Das Gebäude ist derzeit nicht zugänglich und wird seit Jahren saniert.

Die Bibliothek ist das charakteristischste Gebäude auf dem Campus der Warschauer Universität. Sie wurde von Stefan Szyller in Zusammenarbeit mit Antoni Jabłoński-Jasieńczyk im Stil der italienischen Renaissance entworfen und 1891-1894 errichtet. Angelegt in Form eines Rechtecks, teilt sich das Gebäude in zwei Hälften, die durch eine Brandschutzmauer getrennt sind. Im dreistöckigen ersten Teil befanden sich u.a. der Katalogsaal, Lesesäle und Arbeitsräume. Die Räumlichkeiten zeichneten sich durch ihre reiche Dekoration aus, der Katalogsaal wurde von einem Glasdach abgeschlossen. Im zweiten Teil befand sich das Büchermagazin, verteilt auf sieben sehr niedrige Stockwerke, so dass ohne Leiter auf die Regale zugegriffen werden konnte. Aus Sicherheitsgründen waren der Boden und die Regale aus Metall. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut. Bei der letzten Sanierung 2002-2005 wurden die Räumlichkeiten grundlegend umgebaut, aus der ehemaligen Bibliothek wurde ein Hörsaalkomplex mit einem großen Auditorium. Dabei wurde u.a. das siebenstöckige Regal aus dem Magazin entfernt, eine der wenigen erhaltenen Konstruktionen dieser Art in Europa. Die Fassade blieb unverändert. Besonders charakteristisch ist die Frontfassade: neben dem Eingang befinden sich Nischen mit Statuen von Sophokles und Demosthenes, abgeschlossen wird das Portal durch eine Attika mit einer Darstellung Apollos mit Urania und Kalliope (Apotheose von Wissen und Wissenschaft).

Unter den Gebäuden in der Szuch-Allee sticht der Ziegelbau der ehemaligen chirurgisch-gynäkologischen Heilanstalt hervor. Es ist vierstöckig, hat eine asymmetrische rote Fassade und verfügt über weiße architektonische Details. Es erinnert an ein Wohnhaus, wurde jedoch als moderne Klinik entworfen. Baumeister war Stefan Szyller, einer der besten Warschauer Architekten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
In dem 1894 errichteten Gebäude befanden sich u.a. zwei Fahrstühle, eine Ambulanz, zwei Operationssäle, 20 Einzelzimmer, Mehrbettzimmer, eine Isolierstation für an ansteckende Krankheiten, ein Forschungszimmer und Räumlichkeiten zur Chloroformisierung sowie Sterilisierung von Wasser und Gegenständen. Heute wird das Haus für Wohnungen und Büros genutzt. Die Hauptfassade ist eklektizistisch, neogotische Elemente überwiegen. Das in der Volksrepublik zerfallene Gebäude wurde 1984-1990 generalsaniert und zieht heute die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich.

Die Fürst-Józef-Poniatowski-Brücke (ursprünglich Nikolaus-Brücke oder Dritte Brücke) entstand 1904-1913 nach den Plänen der Ingenieure Mieczysław Marszewski und Bronisław Plebiński. Die architektonische Einfassung entwarf Stefan Szyller. Charakteristische Bauelemente sind als Pavillons konzipierte Treppenhäuser und Türmchen in Form von Wachtürmen. Diese mit Sandstein verkleideten Bauteile sind im Stil der sogenannten polnischen Renaissance gehalten. Als sich das russische Militär 1915 aus Warschau zurückzog, wurde die Brücke gesprengt und in der Zwischenkriegszeit wiederaufgebaut. Die Deutschen sprengten die Konstruktion 1944 erneut. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil der ursprünglichen Bauelemente weggelassen. Am Anfang des 21. Jahrhunderts wurde die Anlage saniert, u.a. wurden vier Türme und die Pavillons wiederhergestellt, die erhaltenen Bauteile erneuert und neue, gedämpfte Straßenbahngleise verlegt. Zudem wurden die Balustraden, Laternen und andere kleine Elemente gereinigt. An der Prager Weichselseite sind bei niedrigem Wasserstand Metallelemente der Brücke und Straßenbahngleise zu sehen, die die Deutschen während des Warschauer Aufstandes 1944 in den Flusslauf geworfen hatten.

Der eklektizistische Viadukt entstand 1903-1905. Er führt die Karowa-Straße in Serpentinen in Form einer Schnecke die Böschung hinunter zum Stadtteil Powiśle am Weichselufer. Die architektonische Konstruktion entwarf Stefan Szyller, einer der besten Warschauer Architekten jener Zeit, die bildhauerische Dekoration führte Jan Woydyga aus. Die Stützpfeiler des Viadukts werden von Laternen in Form von Obelisken gekrönt, die ursprünglich mit Gas betrieben wurden. Auf der Hauptstütze befinden sich zwei allegorische Skulpturengruppen, die Warschau als Stadt der Kunst, Wissenschaft, des Handels und der Industrie sowie die Warschauer Symbolfigur Sirene zeigen. Der Viadukt ist nach dem Arzt und Hygieniker Stanisław Markiewicz benannt, einem der Gründer der Warschauer Hygienegesellschaft. Bei der Sanierung des Viadukts 2006/07 wurde sein ursprüngliches Aussehen rekonstruiert: die Laternen wurden erneut aufgestellt (nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie als Ausdruck „bürgerlichen“ Geschmacks entfernt worden) und die alte Pflasterung nachgeahmt.

Das Gebäude der Genossenschaftsbanken, genannt Haus Zu den Adlern, wurde 1912-1917 nach einem Entwurf von Jan Heurich dem Jüngeren errichtet. Es gilt als das beste frühmodernistische polnische Bauwerk und eines der besten Bauten dieser Epoche in Europa. Der Name leitet sich von den Adlerfiguren ab, die Ecktürme krönen. Sie wurden von Zygmunt Otto angefertigt. Das Gebäude wurde während des Warschauer Aufstandes 1944 zerstört und nach einem Entwurf von Barbara Brukalska mit einigen Veränderungen wiederaufgebaut. Heute befinden sich in den Gebäude u.a. der Landesgenossenschaftsrat und das Polnische Genossenschaftsmuseum.

Das neoklassizistische Gebäude wurde 1912/13 nach einem Entwurf von Jan Heurich dem Jüngeren erbaut. Auftraggeber war die Gesellschaft der Öffentlichen Bibliothek, die von führenden Intellektuellen gegründet wurde, um eine öffentlich zugängliche wissenschaftliche Bibliothek zu errichten. Die Investition wurde von der Eugenia-Kierbedź-Stiftung finanziert. 1928 übernahm die Stadt Warschau die Bibliothek. Beim deutschen Angriff im September 1939 wurde das Gebäude schwer beschädigt, im Januar 1945 steckten die Deutschen die Bibliothek auf ihrem Rückzug in Brand. Während des Zweiten Weltkrieges wurden über 300.000 Bücher zerstört. Bis heute befindet sich in dem Gebäude die Öffentliche Bibliothek der Stadt Warschau, deren Bestand aus über 1,3 Millionen Bänden besteht. Es handelt sich um eines der wenigen öffentlichen Gebäude in Warschau, die aus privaten Mitteln errichtet wurden.

Das modernistische, repräsentative Mietshaus wurde 1907-1910 für Edward Raczyński errichtet. Architekt war Jan Heurich, der von Artur Göbel unterstützt wurde. Es handelte sich um ein Gewerbehaus, die Hälfte diente als Wohnhaus. Die zwei unteren Stockwerke wurden von riesigen Schaufenstern ausgefüllt. Das Gebäude brannte 1939 aus und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nach einem Entwurf von Bohdan Pniewski wiederaufgebaut. Hier befanden sich das Telekommunikationsministerium und der Hauptsitz der Polnischen Post. Derzeit wird daran gearbeitet, das Haus in ein Luxusbürogebäude umzuwandeln. Der Entwurf sieht vor, die Fassade am Małachowski-Platz in historischer Form wiederherzustellen, inklusive der großen Glasvitrinen im Erdgeschoss und ersten Stock.

Das Gebäude entstand in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es gehörte den polnischen Königen: Johann Kasimir, Johann Sobieski, August II. und Stanislaus August Poniatowski. In den Jahren 1817-1831 befand sich hier das Warschauer Lyzeum, eine humanistische Schule, die von den preußischen Behörden 1804 gegründet worden war. Ein Großteil der Absolventen war deutscher Herkunft, u.a.: Jan Marcin Bansemer, Piotr Jerzy Bansemer, Henryk Adolf Beyer, Karol Beyer, Wilhelm Beyer, Jan Alfons Brandt, Henryk Brühl, Jan Eckelt, Jan Karol Freyer, Ernest Gerhard Geysmer, Jan Gothard Geysmer, Antoni Kolberg, Oskar Kolberg, Wilhelm Kolberg, Jan Fryderyk Wilhelm Malcz, Konstanty Bogumił Malcz, Edward Klopmann, Franciszek Jan Bernard Mile, Karol Juliusz Minter, Jan Jakub Salinger, Feliks Jan Szwarce, Jan Maciej Hipolit Szwarce, Józef Jan Szwarce, Konstanty Edward Szwarce, Jan Krystian Ulrich und Ferdynand Werner. An der Schule unterrichteten u.a.: Dawid Chrystian Beicht (Geschichte, Geographie, Deutsch), Jerzy Tetzner (Deutsch, evangelische Religion) und Zygmunt Vogel (Zeichnen, Malerei). Nach der Niederschlagung des Novemberaufstandes 1830/31 errichteten die russischen Behörden anstelle des Warschauer Lyzeums das Erste Gouvernementsgymnasium.

Die Warschauer Zitadelle (ursprünglich Alexander-Zitadelle) wurde von den Russen nach der Niederschlagung des Novemberaufstandes 1830/31 als Festung errichtet. Sie war Sitz der russischen Garnison, die Warschau bewachte, und diente als Untersuchungsgefängnis (10. Pavillon), zudem wurden hier polnische Unabhängigkeitskämpfer und Revolutionäre hingerichtet. Zu Friedenszeiten waren hier 5.000 Soldaten stationiert. Die Ausstattung der Zitadelle umfasste hunderte Kanonen, deren Reichweite einen Teil der Stadt umfasste, rund um die Festung wurden Kasematten (Wallgewölbe) zur Inhaftierung von rund 3.000 Menschen errichtet. Im Januar 1863 starb hier der inhaftierte Unabhängigkeitskämpfer Edward Jürgens, der zu den „Weißen“ gehörte. Ein Jahr später wurde an der Böschung Romuald Traugutt gehängt, letzter Diktator des Januaraufstands 1863/64. Heute sind der 10. Pavillon und das Hinrichtungstor (Brama Straceń) für Besucher zugänglich. Hier befindet sich eine Außenstelle des Unabhängigkeitsmuseums, die Ausstellung ist den Häftlingen der Zitadelle gewidmet.

Das Haus entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts und wurde – wahrscheinlich von Simon Gottlieb Zug – im klassizistischen Stil umgebaut. 1810 kaufte die Familie Fukier, Nachkommen des Augsburger Geschlechts Fugger, die am Anfang des 16. Jahrhunderts nach Warschau gekommen waren, das Anwesen. Bis zum Zweiten Weltkrieg betrieben sie hier ein erlesenes Weinlokal. Die Warschauer führten hierhin vor allem ihre Gäste aus – Diplomaten, Künstler, Adelige. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute der letzte Nachkomme der Familie, Henryk Maria Fukier, das zerstörte Haus wieder auf, erlangte den Besitz wegen der kommunistischen Verstaatlichungspolitik aber nicht zurück. Heute befinden sich hier das Restaurant „U Fukiera“ (Bei Fukier) und der Sitz der Kunsthistorischen Gesellschaft.

Das Wedel-Haus ist ein modernistisches Wohnhaus an der Ecke der Straßen Puławska und Madaliński. Es wurde 1935/36 nach einem Entwurf von Juliusz Żórawski für Dr. Jan Wedel errichtet. Das Mietshaus verfügte für seine Zeit über eine exklusive Ausstattung und Einrichtung. Das Gebäude hatte u.a. elegante Fahrstühle, verchromte Briefkästen und eine Gemeinschaftsradioantenne. Die Treppenhäuser waren mit Terrakotta verziert. Das Gebäude ist ein Beispiel des Funktionalismus – unbebautes Erdgeschoss, Flachdach für Terrassen, die Fassade ist schlicht. Im Inneren des Gebäudes und auf dem Innenhof befinden sich jedoch richtige Kunstwerke: Skulpturen von Stanisław Tomaszewski und das Bild „Goralentanz“ von Zofia Stryjeńska. Das Haus ist von historischem Wert und wurde 2008/09 generalsaniert. Eine Besonderheit dieses Gebäude ist, dass es keine Wohnung Nr. 13 gibt. Auf die Nummer 12 folgt Wohnung 14.

Das Szlenkier-Palais wurde 1890 als Residenz für den Industriellen Karol Jan Szlenkier und seine Familie errichtet. Das Gebäude wurde von Witold Lanci im Stil der italienischen Renaissance entworfen. Inspiriert wurde der Architekt vom Palais Davi Bargellinis in Bologna. Die Bauarbeiten dauerten von 1881 bis 1883 und wurden von dem bekannten Bauunternehmer Kazimierz Granzow durchgeführt. Die Innengestaltung entwarf u.a. Wojciech Gerson. Das Palais blieb bis 1922 in Familienbesitz, wurde dann verkauft und diente als Sitz der italienischen diplomatischen Vertretung. Es wurde im September 1939 und August 1944 erheblich beschädigt, nach dem Krieg wurde es wiederaufgebaut, verlor jedoch einen Teil der Fassadendekoration. Bis heute befindet sich dort die Botschaft der Republik Italien.

Im Jahr 1880 gründete Karol Jan Szlenkier für die Kinder seiner Arbeiter eine dreizügige Handwerksschule, die er finanzierte. Ursprünglich befand sie sich in der Leszno-Straße. Das Gebäude in der Górczewska-Straße wurde 1912-1924 nach einem Entwurf von Karol Jankowski und Franciszek Lilpop errichtet. Der Bau wurde von Szlenkiers Witwe Maria finanziert.

Die nach Karol Szlenkier benannte Schule bildete Arbeiterkinder für praktische Berufe aus. Die Schüler hatten u.a. einen schulischen botanischen Garten zur Verfügung, der von Prof. Walerian Kronenberg beaufsichtigt wurde. In der Zwischenkriegszeit befand sich in dem Gebäude das Staatliche Handwerksinstitut. Heute beherbergt es das Institut für Bildungsforschung. Die Handwerksschule war eine der wohltätigen Initiativen der Familie Szlenkier. Am bekanntesten war die Gründung des Karol-und-Maria-Szlenkier-Kinderkrankenhauses in der Leszno-Straße.

Das eklektizistische Haus, das am Ende des 19. Jahrhunderts entstand, steht an der Kreuzung der Straßen Szpitalna und Górski. Im Erdgeschoss befinden sich ein Geschäft und ein Schokoladencafé. Im bis heute erhaltenen Hinterhof war bis Ende der 1870er Jahre die Schokoladenfabrik von Emil Wedel untergebracht. Nach dem Bau einer modernen Fabrik im Stadtteil Kamionek, verließ die Schokoladenproduktion um 1930 die Szpitalna-Straße. Das Geschäft und das Café blieben jedoch hier. Jan Wedel, der Sohn von Emil Wedel, versuchte in den 1930er Jahren, das Lokal zu modernisieren, nach Protesten blieb die altmodische Gestaltung jedoch bis heute bestehen. Die Innenräume wurden, genauso wie die Fassade, nach den Zerstörungen während des Warschauer Aufstandes 1944 wiederaufgebaut.

In der Nachbarschaft des Einkaufszentrums Wola Park hat sich der Gebäudekomplex der früheren Gärtnerei „C. Ulrich“ erhalten. Er besteht aus Gewächshäusern, die um 1900 entstanden, dem Wohnhaus (sog. Kleines Palais), einem Verwaltungsgebäude aus Holz und einem Miniaturpark, dem früheren Vorführgarten, wo man besondere Baumarten bewundern konnte, u.a. Blutbuchen, Hängebuchen, Rot-Ahorne und Sumpfeichen. Im Park befindet sich auch eine Büste Jan Krystian Ulrichs.

Die Gärtnerei wurde 1805 von Johann Gottlieb Ulrich, dem Gärtner des Sächsischen Gartens, gegründet. Der Betrieb befand sich ursprünglich in der Ceglana-Straße. Sein Sohn Jan Krystian Ulrich erwarb 1877 Ländereien im Dorf Górce und legte damit den Grundstein für eine vorbildliche Gärtnereianlage mit Gewächshäusern, Vorführgarten und Baumschule auf einer Fläche von ca. 46 Hektar. 1958 wurde der Betrieb verstaatlicht und verfiel mit der Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Teil saniert. Im Namenswesen wird die Erinnerung an die Familie bewahrt: dieser Teil von Wola heißt Ulrychów.

Der Gebäudekomplex der Schokoladenfabrik befindet sich zwischen den Straßen Zamoyski, Lubelska und Wedel. Emil Wedel errichtete hier am Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Fabrik, sein Sohn Jan baute die Anlage in den Jahren 1927-1931 aus. Die gewaltigen Gebäude zeugen von der Stellung, die die Firma „Emil Wedel und Sohn“ auf dem Süßwarenmarkt innehatte. Die Produkte wurden über Firmengeschäfte in Polen und im Ausland verkauft. Die Fabrik nahm im Zweiten Weltkrieg nur geringen Schaden und arbeitet bis heute. Nach dem Krieg verstaatlicht, wurde sie vor einigen Jahren von einer asiatischen Süßwarenfirma gekauft.

Der Gebäudekomplex aus dunklem Backstein befindet sich unweit der Prymas-Tysiąclecia-Allee. Es handelt sich um die Überreste der einst größten Warschauer Fabrik, die zur Industriefirma „Mechanische Betriebe Lilpop, Rau und Loewenstein“ gehörte. 1938 umfasste die Anlage ca. 22 Hektar und beschäftige ca. 3.500 Personen. Die meisten Fabrikhallen wurden im Oktober 1944 von den Deutschen gesprengt, nachdem sie die Maschinen, Gerätschaften und Mitarbeiter zuvor ins Deutsche Reich abtransportiert hatten. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Firma Marktführer der polnischen Maschinenindustrie. Sie stellte u.a. Lokomotiven, Eisenbahn- und Straßenbahnwaggons, Buskarrosserien, Wasserleitungsgeräte, Landmaschinen, Verbrennungsmotoren, Dampfmaschinen und Wasserturbinen her.

Einer der Hauptanteilseigner war der Industrielle Wilhelm Rau, der aus Mainz stammte. Sein Name ist dank einer Stiftung seiner Erben Teil der Warschauer Stadtgeschichte: sie finanzierten die Einrichtung von Gartenanlagen für Kinder. Die sogenannten Rau-Gärten, also die Warschauer Entsprechung der Jordan-Gärten in Krakau, entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zur Hochzeit gab es ein gutes Dutzend dieser Gärten. Sie bestanden bis zum Zweiten Weltkrieg.

Zwischen den Straßen Grzybowska, Wronia und Krochmalna befindet sich ein großer, beinahe leerer Platz. Zu Beginn des 21. Jahrhundert stand hier noch die Warschauer Brauerei „Królewskie“. Vor einigen Jahren wurde die Bierproduktion an diesem Standort eingestellt und das Gelände von einem Investor erworben, der die alten Gebäude abreißen ließ. Zwei historische Bauten, die um 1900 entstanden, haben sich jedoch erhalten: das Labor und die Fabrikvilla. Die Anfänge der Brauerei Haberbusch und Schiele reichen bis ins Jahr 1846 zurück, als die drei Gesellschafter Błażej Haberbusch, Konstanty Schiele und Henryk Klawe die Brauerei „Schaeffer und Glimpf” in der Krochmalna-Straße aufkauften. Die Firma hat sich sehr gut entwickelt, Ende des 19. Jahrhunderts war sie der größte Bierproduzent im Königreich Polen. Nach Zerstörungen im Ersten Weltkrieg entstanden 1921 die „Vereinigten Brauereien Haberbusch und Schiele“, die in Warschau zum Monopolisten aufstiegen. Während des Zweiten Weltkriegs stellte die Leitung der Brauerei das Gelände zur Verfügung, um die Bewohner des Ghettos mit Lebensmitteln zu versorgen, zudem befand sich hier ein geheimes Munitionslager der Heimatarmee. Während des Warschauer Aufstandes wurde das Magazin der Brauerei zur Verpflegung der Warschauer Bevölkerung genutzt. 1946 wurde die Aktiengesellschaft verstaatlicht.

Die Fabrikgebäude zwischen den Straßen Żelazna, Łucka und Prosta gehörten von 1893 bis 1940 zur Aktiengesellschaft Metallfabrik Norblin, Gebrüder Buch und T. Werner. Das Unternehmen wurde von Ludwik Norblin und Teodor Werner als Hauptanteilseigner gegründet, weitere Anteile hielten Adam Norblin, Karol und Aleksander Temler sowie Kazimierz Szwede. Die Firma stellte Produkte aus farbigen Metallen her. Vielfach ausgezeichnet wurden ihre Gegenstände für den häuslichen Gebrauch, Besteck und Halbfertigprodukte wie Bleche, Drähte und Stäbe. In der Zwischenkriegszeit wurden hier auch Gewehrhülsen, Scheiben zur Münzprägung und Straßenbahndrähte produziert. Das Unternehmen gehörte zu den größten Firmen der Metallbranche im Königreich Polen, später in der Zweiten Republik der Zwischenkriegszeit. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht und vom Metallwalzwerk „Warszawa“ übernommen. Die Fabrikhallen stehen unter Denkmalschutz, wurden vor einigen Jahren von einem Investor gekauft und warten auf ihren Umbau.

Herman Jung gründete die Brauerei in der Waliców-Straße 1854. In den 1860er Jahren gehörten Jung auch drei weitere Brauereien an verschiedenen Standorten in Warschau. 1873 entstand die Aktiengesellschaft „Bierherstellung Herman Jung“. Die Firma errichtete große Lagerstätten in Brest, Kowel, Kiew und Odessa, wohin das Bier in besonderen Kühlwaggons gebracht wurde. Bis in die 1890er Jahre war der Betrieb die führende Bierbrauerei in Warschau. Nach dem Tod von Herman Jung wurde der Standort in der Waliców-Straße aufgegeben. 1919 ging die Firma in den „Vereinigten Brauereien Haberbusch und Schiele“ auf. Von der früheren Brauerei haben sich bis heute erhalten: das Verwaltungsgebäude aus Ziegelstein, die Mauer entlang der Waliców-Straße und der Brauereikeller. Im Zweiten Weltkrieg war die Mauer die Grenzmauer des Ghettos. Die erhaltenen Objekte wurden um die Jahrtausendwende auf umstrittene Weise in das moderne Bürogebäude Aurum integriert, das zur staatlichen Münzprägeanstalt gehört.

In der Okopowa-Straße befinden sich die Gebäude der letzten großen Warschauer Gerberei, die zur Firma „Temler und Szwede” gehörten. Der Bestand des Komplexes ist bedroht, weil die Warschauer Stadtverwaltung sich gegen den Versuch wehrt, die Anlage unter Denkmalschutz zu stellen.

Die Gerberei von Karol Ludwik und Aleksander Ferdynand Temler sowie Ludwik Szwede entstand ca. 1860. Hier wurde Leder aus der ganzen Welt gegerbt. Dank der hervorragenden Qualität der Produkte, die auf internationalen Ausstellungen ausgezeichnet wurden, und der großen Nachfrage nach Gerberprodukten auf dem aufnahmefähigen russischen Markt, konnte sich der Betrieb bis zum Ersten Weltkrieg gut entwickeln. 1879 wurde er in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und war damals die bedeutendste Gerberei im Königreich Polen. In der Zwischenkriegszeit spielte sie jedoch keine Führungsrolle mehr. 1944 wurde sie teilweise zerstört, nach dem Krieg aber wieder in Betrieb genommen. Nach der Verstaatlichung entstand an ihrer Stelle die Schuhfabrik „Syrena“.

Das vierstöckige Fabrikgebäude in der Białostocka-Straße entstand ca. 1920. Bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte es zur Aktiengesellschaft der Fabrik für Chirurgische und Tierärztliche Geräte und Hartstahlprodukte. Sie stellte chirurgische und ärztliche Apparate und Instrumente, Sauerstoffapparate, Desinfektionsgeräte und Veterinärbedarf her. Die Firma entstand aus einer kleinen Fabrik, die Gustav David Mann, der aus Berlin stammte, 1819 am Małachowski-Platz gegründet hatte. Der Betrieb zog mehrfach um, schließlich gelangte er in die Białostocka-Straße. Er wurde von mehreren Generationen der Familie Mann geleitet. Im September 1939 nahm die Fabrik durch die deutschen Bombardierungen Schaden, 1944 deportierten die Deutschen einen Teil der Maschinen. Nach dem Krieg wurde die Firma verstaatlicht.

In den Gebäuden an der Radzymińska-Straße 116, wo sich heute ein Großhandel und Lager befinden, war vor dem Zweiten Weltkrieg eine Glashütte. Sie wurde 1879 von der Firma „Kijewski, Scholtze & Co. Chemiefabrik und Glashütte AG” errichtet und produzierte Laborglas und Glasverpackungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verpachtete der Betrieb das Gelände an die Firma „Glashütte und Glasraffinerie Targówek“, die hier bis 1939 betrieben wurde. Die Hütte wurde während des Zweiten Weltkrieges zum Teil zerstört. Bis in die Gegenwart haben nur einige Gebäude überdauert, die größtenteils stark umgebaut wurden.

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Königsschloss

Zamkowy-Platz 4

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Sächsischer Garten

Sächsischer Garten

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Evangelisch-augsburgische Dreifaltigkeitskirche

Małachowski-Platz 1

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Dissidentenkirche in Leszno

Solidarność-Allee 76b

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Dissidentenhaus in Leszno

Solidarność-Allee 76a

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Evangelisch-augsburgischer Friedhof

Młynarska-Straße 54/56/58

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Evangelisch-reformierter Friedhof

Żytnia-Straße 42

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Taubenhaus und Garten „Mon Coteau”

Puławska-Straße 59

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Dicke Kaśka

Solidarność-Allee

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Eliseum und „Na Książęcem“-Garten

Marschall-Edward-Rydz-Śmigły-Park, Książęca-Straße

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Haus der Gebrüder Roesler und Hurtig

Krakowskie-Przedmieście-Straße 79

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Palais Brühl in Młociny

Muzealna-Straße 1

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Kirche der Unbeschuhten Karmeliter

Krakowskie-Przedmieście-Straße 52/54

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Potocki-Palais (Czartoryski)

Krakowskie-Przedmieście-Straße 15

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Czapski-Palais (Krasiński, Raczyński)

Krakowskie-Przedmieście-Straße 5

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Königlicher Łazienki-Park

Agrykola-Straße 1

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Mniszech-Palais

Senatorska-Straße 38/40

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Halpert-Kapelle

Młynarska-Straße 54/56/58

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Windmühlen in Wola

Młynarska-Straße

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Deutsche Szopy (Schuppen)

Wielicka-Straße

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Wohnhaus Kanonia 8

Kanonia-Straße 8

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Siedlung Boernerowo

Siedlung Boernerowo

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Elsnerów

Nefrytowa-Straße 6

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Technische Hochschule

Politechnika-Platz 1

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Physische Fakultät der Technischen Hochschule

Koszykowa-Straße 75

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Zachęta

Małachowski-Platz 3

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Darlehenskasse der Warschauer Industriellen

Złota-Straße 1

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Bibliothek der Warschauer Universität

Krakowskie-Przedmieście-Straße 26/ 28

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Chirurgisch-gynäkologische Heilanstalt

Szuch-Allee 9

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Fürst-Józef-Poniatowski-Brücke

3-Maj-Allee

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Stanisław-Markiewicz-Viadukt

Karowa-Straße

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Haus Zu den Adlern

Jasna-Straße 1

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Öffentliche Hauptbibliothek

Koszykowa-Straße 26

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Wohnhaus Graf Edward Raczyński

Małachowski-Platz 2

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Warschauer Lyzeum – Kazimierzowski Palais

Krakowskie-Przedmieście-Straße 26/28

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Warschauer Zitadella – 10. Pavillon

Skazańców-Straße 25

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Fukier-Haus

Altstadt, Marktplatz 27

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Wedel-Haus

Puławska-Straße 28

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Szlenkier-Palais

Dąbrowski-Platz 6

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Karol-Szlenkier-Handwerksschule

Górczewska-Straße 8

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Emil-Wedel-Haus

Szpitalna-Straße 8

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Ulrich-Gärten

Górczewska-Straße 124

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Wedel-Fabrik

Zamoyski-Straße 28/30

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Fabrik Lilpop, Rau und Loewenstein

Bem-Straße 65

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Brauerei Haberbusch und Schiele

Grzybowska-Straße 58-70

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Norblin-Fabrik

Żelazna-Straße 51/53

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Brauerei Herman Jung

Waliców-Straße 9-11

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Gerberei Temler und Szwede

Okopowa-Straße 78

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Fabrik Alfons Mann

Białostocka-Straße 42

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Glashütte in Targówek

Radzymińska-Straße 116

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Schluss

 

 

Helden

 

 

 

 

 

 

Entdecker

 

 

 

Kontakt

 

Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

 

Büro Warschau

ul. Zielna 37

00-108 Warszawa

tel.: +48 22 338 62 00

fax.: +48 22 338 62 01

www.fwpn.org.pl

 

tomasz.markiewicz@polacyzwyboru.pl

Über die Autoren

Tomasz Markiewicz – Mitarbeiter der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Historiker, Warschauer Stadthistoriker, Autor von Texten zu Warschauer Themen, Ausstellungsmacher: Niezłomność kamienic (Ungebrochene Häuser), 2005; Powrót miasta. Zielna 37 i okolice. Wczoraj, dziś, jutro (Die Rückkehr der Stadt. Zielna-Straße 37 und Umgebung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft), 2006; Budujemy nowy dom. Odbudowa Warszawy w latach 1945–1952 (Wir bauen ein neues Haus. Der Wiederaufbau von Warschau 1945-1952), 2011. 

 
Tadeusz Władysław Świątek – Kenner der Geschichte Warschauer Familien, Autor zahlreicher Bücher, Filmemacher (Saga Rodów – Familiensaga), Ausstellungsmacher (u.a. Ewangelicy w dziejach Warszawy – Protestanten in der Warschauer Geschichte, 2008), verwandt mit den Familien Liebelt und Rode.
 
Krzysztof Wittels – Ethnologe, initiierte die Vereinigung Nasz Norblin (Unser Norblin), wirkte an zahlreichen Projekten und Publikationen zur Warschauer Geschichte mit, u.a. Made in Warsaw, Wirtualne Muzeum Fabryki Norblina (Virtuelles Museum der Fabrik Norblin), Cyfrowe Archiwum Woli (Digitales Archiv des Stadtteils Wola), Kapitalna zmiana. 190 lat Giełdy w Warszawie (Kapitaler Wandel. 190 Jahre Börse in Warschau), Fabryka Norblina – Opowieść o niezwykłej fabryce (Die Norblin-Fabrik – Die Geschichte einer ungewöhnlichen Fabrik). Verwandt mit den Familien Werner, Schuch und Norblin.
 
Przemysław Klonowski – Regisseur und Szenograph, inszenierte mehrere Opernaufführungen, zudem gestaltet er Ausstellungen, u.a. für das Muzeum Narodowe (Nationalmuseum) in Danzig, das Muzeum Teatralne (Theatermuseum), Teatr Narodowy (Nationaltheater), Dom Spotkań z Historią (Haus der Begegnung mit der Geschichte). Macher der Ausstellung From The Ashes Of Sobibor, die in den Niederlanden, Norwegen, der Slowakei, Italien und Polen gezeigt wurde. Stipendiat des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe. 
 

 

 

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